Seit jeher wird Schmuck nicht nur bei fröhlichen oder angenehmen Gelegenheiten benutzt, sondern auch, um gewissen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. In diesem Zusammenhang hat sich der Trauerschmuck etabliert. Im Allgemeinen erfüllt Trauerschmuck den Zweck, das Gedenken an verstorbene Bekannte oder Verwandte symbolisch aufrecht zu erhalten.
Bereits seit dem fünfzehnten Jahrhundert existieren beispielsweise Gedenkringe, welche in hoher Zahl vom Verstorbenen in Auftrag gegeben wurden. Bei der späteren Bestattung verteilten Familienmitglieder diese Ringe an die Anwesenden, um ihnen ein Andenken an den Verstorbenen mitgeben zu können. Dieser Brauch sollte nicht lange währen und verblasste bereits nach drei Hundert Jahren.
Besonders Haarschmuck wurde im achtzehnten Jahrhundert bei Bestattungen verwendet. Das Haar des Verstorbenen wurde zu diesem Zweck in diverse Schmuckgegenstände eingearbeitet. Zum Beispiel in Broschen, Medaillons oder in Ringe. Das Tragen solchen Trauerschmucks sollte die Präsenz des Toten über sein Verbleichen hinaus aufrecht erhalten. Darüber hinaus wurden sogar Ketten aus Massen von Haaren geklöppelt, was ein eigenständiges Schmuckstück der Trauer ergab.
Schwarzer Schmuck entstand als Variante des Trauerschmuck im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert, wo das Versterben eines Dorfbewohners einen allgemeinen Druck zum Trauern auf die gesamte Gemeinschaft ergab, ob verwandt, befreundet oder nicht. Zu diesem Zweck galt nahezu alles als Trauerschmuck, was am tage der Beerdigung in schwarz getragen wurde und aus diesem Zusammenhang entstand ebenfalls die Pflicht, bei Beerdigungen ausschließlich schwarze Kleidungsstücke oder Kopfbedeckungen zu tragen.
