Stevia rebaudiana Bertoni ist eine südamerikanische Staude, die von den Eingeborenen schon seit Hunderten von Jahren als Süßungsmittel benutzt wird. Ihre Süßkraft ist um ein Vielfaches höher als die von Zucker. Stevia gilt als ideale Alternative sowohl zu Zucker als auch Süßstoffen, weil sie natürlich, kalorienfrei, zahnfreundlich, für Diabetiker geeignet, kochbeständig und frei von Nebenwirkungen ist.

In der EU ist Stevia bisher nicht als Lebensmittel zugelassen. Da der Stevia-Süßstoff aber neuerdings in den USA als Süßstoff (statt wie bisher als Nahrungsergänzungsmittel) verkauft werden darf, wird mit der Zulassung in Europa noch in diesem Jahr gerechnet. Dagegen gibt es in Brasilien schon seit 1975 Süßungsmittel aus Stevia zu kaufen. Auch in Japan wird Stevia seit Jahrzehnten verwendet, ist in zahlreichen Studien für unbedenklich befunden worden und nimmt inzwischen den 1. Platz unter den Süßungsmittel ein.

Die Pflanze ist nicht winterhart, kann aber im Zimmer kultiviert werden. Dann kann man direkt die frischen oder getrockneten Blätter verwenden. Es gibt Stevia-Süße auch in Tabletten- oder Pulverform und als Extrakt zu kaufen (bisher immer mit dem Hinweis, dass die Pflanze oder Produkte daraus nicht zum Verzehr geeignet seien).

Grünes Pulver besteht aus gemahlenen Blättern und enthält neben den süßenden Anteilen u. a. auch Mineralstoffe, Spurenelemente und Flavonoide. Weißes Pulver und Tabletten bestehen hauptsächlich aus Steviosid, dem Süßstoff der Pflanze, mit der Summenformel C38H6O18. Aus beiden Pulverarten kann auf Wasser- oder Alkoholbasis ein Extrakt gewonnen werden, der als Flüssigsüße dient.

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