Die Arbeit an organischem Zellmaterial erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Fingergefühl. Daher kommt es oft vor, dass beim Spritzen von etwaigen Wirkstoffen durch Mikropipetten Zellen zerstört oder beschädigt werden. Dies erschwert die Forschungsarbeit und erfordert eine langjährige Erfahrung der Forschenden.

Nun ist es in der Medizintechnik gelungen, eine neue Nanospritze zu entwickeln, die in die Zellen eindringt, ohne diese zu verletzen und so ist es möglich Substanzen problemlos zu injizieren. Auch ist es möglich, mit dieser Technologie, Signale in der Zelle zu messen und so zum Beispiel Aufschluss über bestimmte Aktivitäten im zellulären Raum zu gewinnen. Das ganze nennt sich fluid force microscope und kann sich wohl wirklich als kleinste Spritze der Welt bezeichnen. Die automatisierte Spritze verfügt über eine ultra-spitze Messnadel, deren Kraft über einen Laserstrahl kontrolliert und dosiert werden kann. Durch einen 500 Nanometer großen Mikrokanal, im als Cantilever bezeichneten Bereich zwischen Nadel und Steuerung ist es möglich Substanzen (Flüssigkeiten oder Emulsionen) präzise in die einzelnen Zellen einzubringen.

Im Testverfahren wurden zum Beispiel Viren in Zellen injiziert, um zu erforschen, wie Viren in Zellen einzudringen vermögen. Ebenso wurden Proben aus Zellen entnommen. Für die Pharmaforschung bedeuten diese Ergebnisse einen großen Fortschritt, da diese Technik Möglichkeiten aufzeigt, die Wirkung verschiedener Medikamente auf Zellen besser zu erforschen.

Doch die neue Technologie bietet vielfältige neue Möglichkeiten auch über das Feld der Medizintechnik hinaus. So wären dadurch auch im physikalischen, chemischen und materialwissenschaftlichen Bereich neue Entwicklungen möglich. Für die Entwicklung von Mikrochips und Mikrosensoren ergeben sich neue Möglichkeiten, was zum Beispiel die Produktion von elektrischen Schaltungen im Bereich der Nanotechnologie anbelangt.

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